Das Seebrückenschwimmen in der Lübecker Bucht hat am Samstag den 04.07.2026 einen unerwartet dramatischen Verlauf genommen und musste vorzeitig abgebrochen werden. Die neue Veranstaltungsreihe, die erstmals die Strecke von Sierksdorf nach Haffkrug vorsah, war um 10 Uhr gestartet. Doch die Ostsee hatte in der Nacht deutlich abgekühlt – ein Umstand, den viele Teilnehmer unterschätzten. Selbst mit Neoprenanzügen hielten zahlreiche Schwimmer den niedrigen Temperaturen nicht lange stand. Erste Sportler mussten bereits frühzeitig aus dem Wasser steigen und vom Rettungsdienst wegen Unterkühlungen behandelt werden.
Die Einsatzkräfte der DLRG bemerkten schnell, dass die Bedingungen für viele Teilnehmer grenzwertig wurden. Einige Schwimmer verließen das Wasser selbstständig, andere wurden von den Rettungskräften begleitet. Gegen 12 Uhr entschieden die DLRG und der Veranstalter, das Schwimmen aus Sicherheitsgründen abzubrechen. Zu diesem Zeitpunkt war bereits absehbar, dass die medizinische Lage sich zuspitzen würde. In Haffkrug eskalierte die Situation weiter. Obwohl laut Geschäftsführe Lukas Reuter von der DLRG Haffkrug-Scharbeutz niemand aus einer akuten Notlage gerettet werden musste, zeigten mehrere Teilnehmer deutliche Symptome einer Unterkühlung. Die Leitstelle in Bad Oldesloe reagierte und löste einen Großalarm für den Rettungsdienst aus. Unter dem Stichwort „Notfall R10“ wurde zunächst von bis zu zehn Verletzten ausgegangen. Rettungswagen, Notärzte und der Rettungshubschrauber Christoph 12 wurden aus dem gesamten Kreisgebiet nach Haffkrug entsandt.

Vor Ort mussten die Rettungskräfte deutlich mehr Betroffene versorgen als zunächst angenommen. Der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes Holstein, Jan Willmer, berichtete, dass 17 Personen medizinisch behandelt oder gesichtet wurden. Drei Patienten kamen ins Krankenhaus, einer davon schwer verletzt. Zur Art der Verletzung wurden keine Angaben gemacht, der Betroffene wurde ins Universitätsklinikum Lübeck gebracht. Die Veranstaltung, die als sportlicher Auftakt einer neuen Reihe geplant war, wurde damit zu einem der größten Rettungseinsätze an der Lübecker Bucht in diesem Sommer.
Insgesamt waren laut der DLRG 144 Schwimmer bei dem Event gestartet. Bis die Veranstaltung eine dramatische Wendung nahm. In Spitzenzeiten des Einsatzes in Haffkrug waren etwa 50 Einsatzkräfte vor Ort. Die Durchfahrt an der Strandpromenade wurde im Zuge der Rettungsmaßnahmen voll gesperrt.
Text und Bilder: Arne Jappe



