Am 14.02.2026 begrüßte Kreiswehrführer Michael Hasselmann 247 von 266 Delegierten in Oldenburg in Holstein. Der Fokus der Veranstaltung lag auf den Mitgliederzahlen sowie auf dem Bevölkerungsschutz.
Nach der Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit ging Kreiswehrführer Michael Hasselmann in seinem Jahresbericht zunächst auf die Mitgliederzahlen ein. „Die Zahl der aktiven Mitglieder im Kreisfeuerwehrverband konnte im Berichtsjahr erfreulicherweise gesteigert werden.“ Er bedankte sich herzlich für das Engagement in den Feuerwehren.
Zum 31.12.2025 leisteten 4.222 aktive Feuerwehrleute ihren Dienst in 127 Feuerwehren. 2024 waren in den 127 Feuerwehren noch 4.178 Feuerwehrleute aktiv. Der Anteil der Frauen im aktiven Dienst ist im Vergleich zum Vorjahr von 629 auf 654 in 124 Feuerwehren gestiegen und liegt damit bei 15,49 %.
Bei den Jugendfeuerwehrmitgliedern gab es erneut einen Rückgang um 39 Mitglieder auf 908 aktiven Jugendlichen im Jahr 2025. Gründe hierfür sind ein verändertes Freizeitverhalten sowie eine starke Prägung durch die sozialen Medien. Michael Hasselmann erläuterte: „Dies wird langfristig die Nachwuchssicherung gefährden und macht ein besonderes Augenmerk auf die Jugendarbeit erforderlich“.
Die Einsatzzahlen sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. 2025 wurde 5.362 Einsatzberichte erstellt, davon 1.182 Falschalarme. „Um die Falschalarme zu verringern, sollten verstärkte Aufklärungsmaßnahmen und eine enge Zusammenarbeit mit den Betreibern der Brandmeldeanlagen angestrebt werden. Durch gezielte Schulungen und regelmäßige Wartungen könnten unnötige Alarme vermieden werden“ erklärte Michael Hasselmann. Er führte weiter aus: „Die Anzahl der Türöffnungen im Rahmen der technischen Hilfeleistungen ist auffällig hoch, was auf eine fehlende Nachbarschaft oder mangelnde soziale Vernetzung schließen lässt. Sicherlich könnten solche Einsätze durch eine stärkere Nachbarschaftshilfe oder bessere Kommunikation im Wohnumfeld reduziert werden. Es wäre sinnvoll, Initiativen zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls und gegenseitiger Unterstützung zu stärken, um die Einsatzhäufigkeit zu senken.“
Die Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte stellt nach wie vor im ländlichen Raum eine Herausforderung dar. Bei vielen Einsatzkräften ist der Wohnort nicht in unmittelbarer Nähe zur Arbeitsstelle. Das führt zu längeren Anfahrtswegen und Verzögerungen im Einsatzfall, welches die Situation zusätzlich verschärft, da gerade tagsüber die Personaldecke häufig ohnehin schon dünner ist.
Hasselmann berichtete weiter: „Insbesondere im ländlichen Raum stellt die Sicherstellung der geforderten Hilfsfristen eine große Herausforderung dar. Ohne geeignete gesetzlichen Anpassungen und konkrete Fördermaßnahmen bleibt die dringend notwenige Modernisierung von Feuerwehrstandorten oftmals aus. Es ist daher unerlässlich, dass Bund und Länder gemeinsam Lösungen erarbeiten, und die strukturellen Defizite zu beheben und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren langfristig zu gewährleisten.“
Der Bau der festen Beltquerung und die dafür zu ertüchtigenden Hinterlandanbindung wird auch für die Feuerwehren eine Herausforderung werden und zu Einschränkungen in den jeweiligen Einsatzgebieten führen. Es sollten regelmäßige Informations- und Koordinationsgespräche stattfinden, um potenzielle Gefahren frühzeitig zu identifizieren und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Die Einbindung der Feuerwehren in die Planungsprozesse ist entscheidend, damit im Ernstfall eine schnelle und reibungslose Einsatzfähigkeit gewährleistet werden kann.
Als Meilenstein des Berichtsjahres wurde die Vorstellung eines umfassenden Katastrophenschutzplans für Ostholstein hervorgehoben. Der Plan lege die Grundlagen für eine effektive Gefahrenabwehr und eine koordinierte Versorgung der Bevölkerung im Ernstfall fest. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen tragen maßgeblich zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes in der Region bei.
Bürgervorsteherin Knees:
„Ton in der Bevölkerung wird rauer und die Zündschnur wird kürzer“
Bürgervorsteherin Susanne Knees begrüßte die Versammlung in der neuen Mehrzweckhalle des Schulcampus, in der auch Hallenzeiten für die Freiwillige Feuerwehr vorgesehen sind. Diese fördern den Zusammenhalt der Mannschaft, stärken die Kameradschaft und fördern die Motivation der Feuerwehrleute.
Des Weiteren erwähnte Knees, dass der Ton in der Bevölkerung rauer und die Zündschnur kürzer wird. Der Verweis auf die Aktion Respekt für Retter erinnert daran, dass mehr Aufgaben auf die Feuerwehrmitglieder zukommen und es menschlich belastender wird.
Thomas Keller (SH Gemeindetag KF OH)
„Entscheidungen für neue Grundstücke darf nicht so lang dauern“
Mit gemischten Eindrücken erinnert sich Thomas Keller an den Großeinsatz in der Silvesternacht in seiner Gemeinde. Die Bevölkerung feiert den Jahreswechsel, während die Helfer zugleich mit Unterstützung in Form von Verpflegung und Aufmerksamkeiten bedacht werden. Solche Einsätze sind nur mit den Wehren aus den Nachbarkommunen machbar. Er bedankt sich bei allen Gemeinden, die zur Unterstützung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr gekommen sind.
Des Weiteren mahnte Keller, dass Entscheidungen für neue Grundstücke nicht so lange dauern dürfen. Die Entscheidung über den Bau im Außenbereich gestaltet sich nach wie vor als sehr schwierig, wenn im Kernort kein Platz für einen Neubau vorhanden ist.
Landrat Gaarz:
„Ihr Dienst ist kein Ehrenamt am Rand, es ist das Rückgrat der Gesellschaft“
Für Landrat Timo Gaartz steht die Versammlung für Leistung, Sicherheit, Professionalität und Kameradschaft. Aber die Herausforderungen zwischen dem Ehrenamt sowie Beruf und Familie wird immer größer. Die Arbeit im Feuerwehrwesen wird, sowie die Bevölkerung auch, immer anspruchsvoller. Gaarz: „Bei der Bevölkerung muss ankommen, dass die Feuerwehren für sie da sind.“
Landrat Gaarz schließt sein Grußwort mit folgendem Satz: „Ihr Dienst ist kein Ehrenamt am Rand, es ist das Rückgrat der Gesellschaft“
Ltd. Polizeidirektor Bernd Olbrich:
„Dank und Respekt für die Mitglieder“
Bernd Olbrich (ltd. Polizeidirektor) sprach seinen Dank und Respekt für die Mitglieder aus und erwähnte in diesem Zusammenhang die Aktion Respekt für Retter. Ein großer Dank ging auch an die Seelsorger. Olbrich: „Gut, dass die da sind!“
In seinem Schlusswort wies der stellv. Kreiswehrführer Lars Wellmann darauf hin, dass vieles Geplante umgesetzt werden konnte. So konnte die Ausbildung an der FTZ dank engagierter, ehrenamtlicher Ausbilder verbessert, modernisiert und erweitert werden. Der Umgang mit neuen Fahrzeugen und moderner Ausstattung sorgt für eine qualifizierte Ausbildung. Und auch wenn nicht alle von der neuen Atemschutzübungsstrecke begeistert sind, so kann dort doch jeder seine persönlichen Grenzen austesten und wird optimal auf künftige Einsätze vorbereitet.
Alle Einsätze konnten 2025 professionell abgearbeitet werden und das zeigt, dass sich die Bürgerinnen und Bürger auf rasche Hilfe in Unglückfällen verlassen können.
Auch in Sachen Bevölkerungsschutz hat sich im abgelaufenen Jahr viel getan. Dank erheblicher Investition von Bund, Land und Kreis konnten Fahrzeuge und Ausrüstung deutlich verbessert und auf einen modernen Stand gebracht werden.
Die Kreisjugendfeuerwehrwartin OBM Saskia Eckert sowie HBM Malte Levgrün (Gemeindewehrführer der Gemeinde Scharbeutz) wurden für sechs Jahre in das Amt der Beisitzerin sowie des Beisitzers gewählt.
Als Kreisfachwart für Leistungsbewertungen wurde Kai Fischer (FF Grömitz) und als Kreisfachwart für ABC Carsten Kreutzfeld (FF Eutin) für die Dauer von 6 Jahren ernannt.
Manuel Kramp wurde mit einer Ehrenurkunde und einem Tankgutschein für seine 25-jährige Tätigkeit als Kreisausbilder für Motorsägenführung gedankt.
Befördert wurden:
OBM Jens Grahlmann – Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bad Schwartau zum Ersten Hauptbrandmeister
HBM Christian Exner – stellv. Stadtwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt i.H. zum Hauptbrandmeister (***)
HBM Markus Dahlke – stellv. Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Stockelsdorf zum Hauptbrandmeister (***)
HBM Andrea Kaacksteen – stellv. Gemeindewehrführerin der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Stockelsdorf zur Hauptbrandmeisterin (***)
LM Jan Klein – Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Ahrensbök zum Hauptbrandmeister (***)
HBM Lennart Hamel – Amtswehrführer der Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Ostholstein-Mitte zum Hauptbrandmeister (***)
BM Nico Ahrens – stellv. Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Ahrensbök zum Hauptbrandmeister (**)
OLM Jörg Jaschinsky – Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neukirchen/ Oldenburg zum Hauptbrandmeister (**)
LM Dirk Joedicke – Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Sirksdorf zum Hauptbrandmeister (**)
OLM André Martinovs – stellv. Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bad Schwartau zum Hauptbrandmeister (**)
OBM Dennis Prüß – Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Schönwalde zum Hauptbrandmeister (**)
LM Saskia Eckert – Kreisjugendfeuerwehrwartin im Kreisfeuerwehrverband Ostholstein zur Oberbrandmeisterin
LM Heino Klüß – Kreisfachwart für Ausbildung beim Kreisfeuerwehrverband Ostholstein zum Oberbrandmeister
BM Patrick Klüver – Sachgebietsleiter S4 der TEL Ostholstein zum Oberbrandmeister
OLM Lars Wieske – Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Marxdorf zum Brandmeister
Ausgezeichnet wurden:
Schleswig-Holsteinisches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber
- BM Jens Krahn, FF Bad-Schwartau-Rensefeld
Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze
- LM Axel Rohde, FF Kabelhorst-Schwienkuhl
Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber
- HBM Stefan Armin Grell, FF Kesdorf
- OBM Martin Stahl, FF Sagau
- HBM Torsten Steffen, FF Landkirchen
- HLM Dietmar Werner, FF Sierhagen
Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold
- KBM Michael Hasselmann, FF Heiligenhafen














