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Fehmarn wird zum Trainingsfeld: 300 Einsatzkräfte üben den Katastrophenfall

Führungsstabraum

Die groß angelegte Katastrophenschutzübung am 29.08.2026 auf Fehmarn knüpfte an Erfahrungen aus früheren Unwetterlagen an, die den Einsatzkräften in Ostholstein eindrucksvoll gezeigt hatten, wie anspruchsvoll Hochwasser- und Sturmflutszenarien sein können. Als im Oktober 2023 das Orkantief „Wolfgang“ über Schleswig-Holstein hinweg zog, standen Feuerwehren, THW und Hilfsorganisationen tagelang im Dauereinsatz. Wasser trat mancherorts über die Ufer, mehrere Küstendeiche gerieten an ihre Belastungsgrenze, und die Schäden waren erheblich – auch wenn ein Deichbruch verhindert werden konnte. Die damalige Lage verdeutlichte, wie wichtig klare Abläufe, abgestimmte Kommunikation und schnelle Entscheidungen im Katastrophenfall sind.

Für die Übung wurde ein drohender Deichbruch in Bojendorf simuliert. Der Führungsstab der Insel Fehmarn löste sofort Alarm aus und setzte zwei Feuerwehrbereitschaften in Bewegung. Am Bauhof in Burg arbeiteten Einsatzkräfte im Schichtbetrieb an der Sandsackfüllmaschine, die im Minutentakt neue Sandsäcke produzierte. Die Säcke wurden auf Paletten gestapelt und nach Bojendorf transportiert, wo sie zur Sicherung des Deiches eingesetzt wurden. Vor Ort verschafften sich Landrat Timo Gaarz, Bürgermeister Jörg Weber, Kreisbrandmeister Michael Hasselmann und weitere Vertreter des Katastrophenschutzes einen Eindruck vom Ablauf. Sie beobachteten, wie koordiniert die verschiedenen Organisationen zusammenarbeiteten und wie schnell die Kräfte auf die simulierte Lage reagierten.

Am Deich bildete eine weitere Feuerwehrbereitschaft eine Menschenkette, um die Sandsäcke zügig zu einem Ablageplatz zu transportieren. Das THW übernahm dort den fachgerechten Sandsackverbau und stapelte die Säcke so, dass im Ernstfall kein Wasser mehr durch den Deich dringen könnte. Parallel dazu wurde in Petersdorf eine Sammelstelle für Evakuierte eingerichtet. Einsatzkräfte registrierten die ankommenden Personen, versorgten sie und boten ihnen einen sicheren Aufenthaltsort, während die Arbeiten am Deich weiterliefen.

Nach rund drei Stunden wurde das Übungsszenario beendet. Die Einsatzkräfte konnten sich an einer Verpflegungsstation stärken und die Abläufe nachbesprechen. Entwickelt wurde die Übung vom ehemaligen Leiter der Technischen Einsatzleitung, Heino Lafrenz, der seit Januar gemeinsam mit Kreiswehrführer Michael Hasselmann und einem großen Team an der Planung gearbeitet hatte. Hasselmann betonte die Bedeutung solcher Übungen: „Mein Dank gilt Heino Lafrenz und natürlich allen helfenden Händen, egal ob nun direkt am Geschehen oder im Hintergrund.“ Ziel sei es, Abläufe zu trainieren und die Einsatzkräfte bestmöglich auf zukünftige Lagen vorzubereiten.

Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse, steigender Temperaturen und der Folgen des Klimawandels gewinnen solche Katastrophenschutzübungen weiter an Bedeutung. Die Übung auf Fehmarn zeigte, dass die Einsatzkräfte der verschiedenen Organisationen gut aufgestellt sind und im Ernstfall schnell und wirksam handeln können, um die Bevölkerung zu schützen.

Text und Bilder: Arne Jappe

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