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Erste grenzüberschreitende Übung Projekt Flashlight des EU-Programmes Interreg DE-DK auf Fehmarn

Erste grenzüberschreitende Übung auf Fehmarn

Erste grenzüberschreitende Übung auf Fehmarn

Mehr als 100 Einsatzkräfte aus Deutschland und Dänemark trainieren gemeinsam den Umgang mit einem Verkehrsunfall – Auftaktübung des Interreg 6A-Projekts setzt Zeichen für grenzüberschreitenden Bevölkerungsschutz

Einsatzkräfte aus Deutschland und Dänemark tauschen sich bei Sonnenuntergang vor Beginn der Übungsphase aus.

Fehmarn, 9. März 2026. Unter dem Dämmerungshimmel über Fehmarn trafen sich am Abend des 9. März mehr als 100 Einsatzkräfte aus Deutschland und Dänemark, um gemeinsam für den Ernstfall zu trainieren. Im Rahmen des deutsch-dänischen Interreg-Projekts FLASHLIGHT fand auf der Insel die erste grenzüberschreitende Realübung statt. Ein Meilenstein auf dem Weg zu einer belastbaren, gemeinsamen Gefahrenabwehr in der Fehmarnbelt-Region. Das Übungsszenario sollte möglichst überschaubar und realistisch sein: Ein Verkehrsunfall mit drei beteiligten Fahrzeugen, mehreren Verletzten und einer eingeklemmten Person. Die Lage war trotzdem bewusst komplex gestaltet. Rauchentwicklung an einem der Fahrzeuge, dynamisch sich verändernde Patientenzustände und schwieriges Gelände stellten alle beteiligten Organisationen vor reale Herausforderungen.

Auftaktübung war ein Verkehrsunfall mit drei beteiligten Fahrzeugen, mehrere eingeklemmte Personen
Einsatzkräfte der Feuerwehr Burg bereiten sich auf die patientengerechte Rettung vor.

Die Übungsfläche in Sahrensdorf und der angrenzenden Neuen Tiefe auf Fehmarn bot dabei authentische Bedingungen. Übende und beobachtende Einsatzkräfte auf deutscher Seite waren der Rettungsdienst Holstein (rdh) mit Unterstützung durch die Johanniter Unfall-Hilfe (JUH), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sowie seitens des Kreisfeuerwehrverbandes Ostholstein die Freiwillige Feuerwehr Landkirchen, die Freiwillige Feuerwehr Burg auf Fehmarn und die Hauptamtliche Wachabteilung (HAWA) der Feuerwehr Fehmarn im Einsatz. Die Freiwilligen Feuerwehren hatten zuvor ungeplant an einem scharfen Alarm teilgenommen und komplettierten anschließend, wie im Rahmenkonzept der Übung vorgesehen, die feuerwehrseitige Komponente der Übung.

Die Hauptamtliche Wache, Freiwillige Feuerwehr Landkirchen und der Rettungsdienst im Einsatz
Gemeinsam im Übungseinsatz: die Hauptamtliche Wache, FF Landkirchen und der Rettungsdienst

Evaluation und Beobachtung des Vorgehens übernahmen Vertreter der dänischen Projekt- und Netzwerkpartner: Sydsjællands & Lolland-Falsters Politi, Region Sjælland mit dem Præhospitalt Center, der Fælles Kommunale Redningsberedskab Lolland-Falster Brandvæsen sowie Brand & Redning Sonderjylland. Ebenfalls anwesend waren Vertreter des Technischen Hilfswerks (THW), des Kreises Ostholstein sowie der Polizeidirektion Lübeck (Revier Heiligenhafen). Insgesamt nahmen übende, beobachtende und ausbildende Einsatzkräfte in einer Gesamtzahl von über 100 Personen an der Übung teil.

Die HAWA unterstützt den Rettungsdienst bei der Patientenversorgung
Reibungslose Zusammenarbeit von Feuerwehr & Rettungsdienst. Die HAWA unterstützt die Patientenversorgung.

Gemeinsames Lernen aus zwei Perspektiven

Ein Schwerpunkt der Übung lag auf der systematischen Evaluation: Erstmals wurden eigens für FLASHLIGHT entwickelte Evaluationsbögen eingesetzt, die interprofessionelle und grenzüberschreitende Beobachtungsperspektiven miteinander verbinden. „Wir haben mithilfe der im Vorfeld entworfenen und nun getesteten Evaluationsbögen die Möglichkeit gehabt, fokussiert die Übung aus interprofessionellen, interkulturellen und vor allem grenzüberschreitenden Blickwinkeln zu beobachten. Wir nehmen aus dem Austausch während und vor allem nach der Übung über die Unterschiede auf deutscher und dänischer Seite weitere Impulse für die nun auf beiden Seiten anstehenden Übungen mit. Es ist schön zu sehen, wie sich nun das Projekt FLASHLIGHT mit Leben füllt.“ PD Dr. Klaas F. Franzen, Projektleiter FLASHLIGHT, Universität zu Lübeck.

Nahaufnahme der technischen Rettungsarbeiten an einem der in der Übung eingesetzten Fahrzeuge

Auch auf Seiten der ausführenden Einsatzkräfte fiel die Bilanz positiv aus. Dennis Langhoff, der die Organisation auf Seite der Hauptamtlichen Wachabteilung verantwortete, zeigte sich mit dem Ablauf der Übung zufrieden: „Wir konnten in der Übung an die Szenariobesprechung von vor nicht ganz zwei Wochen anknüpfen, sehen dass wir als Wehren auf der Insel enger zusammenwachsen und gemeinsam Hand in Hand Einsatzherausforderungen bewältigen können. Die aufgezeigten Schwachstellen werden wir in der Nachbereitung zuerst intern und dann mit allen beteiligten Organisationen nachbesprechen.“ Der frisch gewählte Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Burg auf Fehmarn, Mirco Busch, war nicht nur während der Übung aktiv eingebunden, sondern ermöglichte mit den Kameraden und seiner Wehr im Anschluss auch den gemeinsamen Abschluss der Veranstaltung: Mit Unterstützung der Projektförderung fand an der Wache der FF Burg ein gemeinschaftlicher Austausch aller Beteiligten statt. Eine Möglichkeit, erste Eindrücke zu sichern, personenübergreifend ins Gespräch zu kommen und über die Grenzen hinweg „Köpfe“ kennen zu lernen.

Die Führungsgruppe Fehmarn war ebenfalls in die Übung integriert.
Die Führungsgruppe Fehmarn war ebenfalls in die Übung integriert.

Ausblick: FLASHLIGHT nimmt Fahrt auf

Die Übung auf Fehmarn markiert den Beginn einer dichten Folge weiterer Aktivitäten. Im März ist noch ein politisches Stakeholder-Meeting in Großenbrode mit dem MdL Peer Knöffler sowie die Verstetigung von interprofessionellen Planspielübungen geplant. Im Juni 2026 ist parallel zur einer Großübung am Flughafen Lübeck ein breites Stakeholder- und Netzwerktreffen angedacht. Weitere Übungen auf dänischer und deutscher Seite stehen ebenfalls mit supervidierender und aktiver gegenseitiger Beteiligung an. Parallel werden die technologischen Komponenten des Projekts, VR Trainingsumgebung und Eyetracking-Brillen, final abgestimmt ausgeschrieben und noch vor den Sommerferien allen Projektpartnern zugänglich gemacht.

Deutsche und Dänische Einsatzkräfte am Einsatzleitwagen
Deutsche und Dänische Einsatzkräfte am Einsatzleitwagen
EU Projekt Flashlight

Hintergrund – Projekt FLASHLIGHT

FLASHLIGHT ist ein deutsch-dänisches Interreg 6A-Projekt (2025–2028) zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz der Fehmarnbelt-Region. Ziel ist die Entwicklung gemeinsamer Trainings- und Kommunikationsformate für Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Katastrophenschutz. Dazu gehören VR-gestützte Übungsumgebungen, Eye-Tracking-Feedbacksysteme, interkulturelle und sprachliche Trainingsmodule sowie gemeinsame Planspiel- und Großübungen. Das Projekt knüpft an die Erfahrungen des Vorgängerprojekts DanGer112 an und besitzt das Potenzial, Modellcharakter für andere europäische Grenzregionen zu gewinnen. FLASHLIGHT wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Programm Interreg Deutschland–Danmark 2021–2027 gefördert. Leadpartner ist die Universität zu Lübeck; Ministerpräsident Daniel Günther hat die Schirmherrschaft für das Projekt auf deutscher Seite übernommen.

Dennis Langhoff, Übungsverantwortlicher der HAWA) zeigte sich mit dem Ablauf der Übung zufrieden. Auch Holger Bade (Stellv. Leitung HAWA) und das THW waren vor Ort.
Dennis Langhoff (Übungsverantwortlicher der HAWA) zeigte sich mit dem Ablauf der Übung zufrieden. Auch Holger Bade (Stellv. Leitung HAWA) und das THW waren vor Ort.

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Text: Projekt FLASHLIGHT – Universität zu Lübeck, Feuerwehr Stadt Fehmarn: T. Jaudzim

Bilder: Universität zu Lübeck / Projekt FLASHLIGHT (3), Feuerwehr Stadt Fehmarn: K. Fischer (19)

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