Großalarm in Lensahn am Abend des 12.05.2026. Die ersten Notrufe gingen kurz vor 20:00 Uhr bei der Leitstelle ein. Als die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr Lensahn eintrafen, brannte ein 400 Kubikmeter großer Müllhaufen bereits in voller Ausdehnung. „Wir sind sofort mit der Brandbekämpfung gestartet und haben weitere Kräfte alarmieren lassen“, sagte Gemeindewehrführer Hartmut Junge. Doch bereits nach wenigen Minuten war das Hydrantennetz völlig überfordert, es stand viel zu wenig Wasser für die Einsatzkräfte zum Löschen bereit. Daraufhin legten die Einsatzkräfte mehrere Meter von Schlauchleitungen zu einem Regenrückhaltebecken. Auch ein Wasserwerfer war im Einsatz, um den größtmöglichen Löscherfolg zu erzielen
Der giftige schwarze Rauch zog Richtung Autobahn und in Richtung der Ortschaften Kabelhorst, Rüting und Cismar. Die Einsatzleitung ließ umgehend eine NINA-Warnung von der Leitstelle Süd auslösen, dass Anwohner aufgefordert wurden Fenster und Türen geschlossen zu halten. Unterdessen war die Gefahr an der Einsatzstelle auf dem Recyclinghof noch lange nicht gebannt. Immer wieder gab es kleinere Detonationen, augenscheinlich von Spraydosen ausgelöst. Das Feuer drohte auf einen direkt angrenzenden Holzschutthaufen überzugreifen. „Wir haben umgehend eine Riegelstellung aufgebaut, um das Feuer an der Überschlagstelle zu aufzuhalten“, sagte Hartmut Junge. Auch mithilfe eines Radladers wurde das Holz Stück für Stück abgetragen und weggefahren.

Der 400 Kubikmeter große Müllhaufen war nur schwer zu löschen. „Wir hatten das Problem, dass wir nicht an die untere Schicht vom Müllberg herankommen“, erklärte Junge die Problematik bei diesem Großfeuer. Weitere Feuerwehren mussten alarmiert werden, auch weil viele Atemschutzgeräteträger benötigt wurden. Mit einem Radlader wurde dann etwa nach drei Stunden erste Mengen vom abgebrannten Brandgut auseinandergezogen, um an die Glutnester zu kommen. Unterdessen warnte die Polizei auf der Autobahn 1 mittels Blaulichts und einer Gefahrenanzeige vor dem dichten Rauch auf der Autobahn. Autofahrer bremsten kurz vor der gewaltigen Wand aus Rauch ab und passten ihre Geschwindigkeit an.
Die Polizei tappt noch völlig im Dunkeln, wieso das Feuer auf dem Recyclinghof ausbrach. Erst nach Beendigung der Löscharbeiten der Feuerwehr können Spezialisten der Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen. Über die Schadenssumme konnte die Polizei ebenfalls noch keine Angaben machen.

Text und Bilder: Arne Jappe


