Hilfe im Advent: LN-Leser spenden für den Feuerwehr-Nachwuchs



(Ostholstein) Mindestens 157 Kinder und 873 Jugendliche sind derzeit in den Ostholsteiner Nachwuchsabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren aktiv. In vielen Orten existieren Wartelisten. Kreisjugendfeuerwehrwart Alexander Wengelewski betont: „Die Jugendwehr bleibt die wichtigste Nachwuchsquelle. Ohne sie wäre die Mitgliederzahl der Einsatzabteilungen definitiv im Keller.“


Leif (13) kämpft mit vollem Einsatz gegen die Flammen. Er gehört zur Jugendfeuerwehr Neustadt. FOTO: ROSENKÖTTER, PREY, SPARKASSE

Was er nicht sagt: Ohne Freiwillige könnte der Brandschutz nicht gewährleistet werden. Zwangswehren wären die Folge. Viele Feuerwehren sorgen nicht nur für Nachwuchs, sondern leisten einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung von jungen Menschen. Sie vermitteln Werte wie Kameradschaft, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

Neben Übungen und Brandschutzerziehung geht es vor allem um gemeinsame Erlebnisse. Eben diese sind nicht so einfach zu finanzieren. „Die Jugend bekommt ihre Schutzkleidung von der jeweiligen Gemeinde. Die Kinder werden aber noch nicht überall berücksichtigt“, sagt Wengelewski. Um jugendpflegerische Arbeit leisten zu können, sei man auf Spenden angewiesen.

Eben deshalb haben sich die Redaktionen der Lübecker Nachrichten in Bad Schwartau, Eutin und Oldenburg in diesem Jahr entschlossen, im Rahmen von „Hilfe im Advent“ Spenden für die Kinderabteilungen und Jugendwehren zu sammeln. Auch die Sparkasse Holstein unterstützt die Aktion wieder.

Ausflüge nicht für alle finanzierbar

Laut Wengelewski bildet die Feuerwehr immer einen Querschnitt der Gesellschaft ab. „Es gibt natürlich auch sozial schwache Familien, die nur sehr wenig Geld zur Verfügung haben, deren Kinder bei uns mitmachen.“ Diese würden nicht selten an ihre Grenzen stoßen, wüssten nicht, wie sie Ausflüge, Gruppenabende und Zeltlager finanzieren könnten. „Wir versuchen die Eigenbeteiligung so gering wie möglich zu halten. Klassenfahrten sind oft deutlich teurer. Mit Hilfe der LN-Leser wollen wir den Eigenbeitrag weiter senken“, erläutert der Jugendfeuerwehrwart.

Doch warum müssen Kinder und Jugendliche überhaupt Ausflüge machen? Reicht es nicht, wenn sie sich alle paar Tage am Gerätehaus treffen? „Wenn man als Zehnjähriger lernt, wie man gemeinsam ein Zelt aufbaut, sich unterstützt, Essen zubereitet, hat das viele positive Effekte. Die Kinder erleben in frühen Jahren schon eine enge Bindung. Wenn sie mit 18 beim Einsatz sind, können sie gut miteinander agieren“, sagt Wengelewski. Dies sei äußerst wichtig. Schließlich könne es auch um das eigene Leben gehen. „Wenn man acht Jahre zusammen bei der Jugendwehr ist, entwickeln sich Freundschaften fürs Leben. Wir bei der Feuerwehr stehen füreinander ein. Es ist eine große Gemeinschaft. Wir alle arbeiten normal, haben unser Privatleben und dann kommt eben noch die Feuerwehr hinzu“, führt er aus.

Brandschutzerziehung und Jugendarbeit

Wer in die Kinderabteilung möchte, muss mindestens sechs Jahre alt sein. Im Fokus steht Brandschutzerziehung. Der Umgang mit Kerzen wird vermittelt. „Es geht viel um Aufklärung und Erziehung“, betont Wengelewski. Bei der Jugendwehr (10 bis 18 Jahre) komme die Feuerwehrarbeit hinzu. Die Mädchen und Jungen lernen, wie sie richtig Schläuche ausrollen, Leitern aufstellen, eine Pumpe bedienen und betätigen sich sportlich. „Es wird immer wieder das Gleiche geübt, damit sie es im Einsatz unter Stress abrufen können“, erklärt Wengelewski.

Eines ist ihm besonders wichtig: Bei der Feuerwehr kann jeder mitmachen. Das Geschlecht spiele ebenso wenig eine Rolle wie die gesundheitliche Verfassung. „Wir haben Kinder und Jugendliche, die im Rollstuhl sitzen, humpeln, eine geistige Behinderung haben. Das ist kein Problem. Und wer später nicht in der Einsatzabteilung mitmachen kann, für den gibt es die Verwaltungsabteilung. Wir freuen uns über jeden, der sich engagieren möchte“, sagt Alexander Wengelewski.


So können Sie spenden ...

Spenden können auf ein Konto bei der Sparkasse Holstein überwiesen werden. Dieses gehört dem Kreisfeuerwehrverband Ostholstein. Bitte geben Sie unbedingt das Stichwort „Hilfe im Advent“ an.
IBAN: DE20 2135 2240 0076 3306 46
BIC: NOLADE21HOL


(Quelle: Lübecker Nachrichten vom 02.12.2018/ Sebastian Rosenkötter)